Auf der technischen Seite spielt Prototype im gesunden Mittelmaß. Die Explosionen und Animationen sehen super aus, werden aber durch matschige und platte Umgebungstexteuren leicht überschattet, sodass die Grafik letztendlich enttäuscht. Auch die KI ist häufig mangelhaft. Die Passanten laufen teilweise wie wild gegeneinander oder gegen Mauern und Gegner wie das Militär, werden nie durch ihre Intelligenz, sondern immer nur durch ihre Masse zu einer Gefahr für Alex. Der Sound zeigt sich hier von einer deutlich besseren Seite: Die Hintergrundmusik ist nie aufdringlich oder nervig und die Synchronsprecher (nur englisch!) geben sich keine Blöße.
Zwischensequenzen gibt es auf zweierlei Weise: Zum einen gibt es an wichtigen Storypassagen gerenderte Filmchen, die sowohl technisch als auch atmosphärisch vollkommen überzeugen können. Immer wenn Alex einen anderen wichtigen Charakter absorbiert, verwendet Radical eine Mischung aus Realfilmsequenzen und Ingame-Szenen um zu zeigen, wie das Wissen der absorbierten Person in den Protagonisten übergeht. Diese Schnippsel wirken irgendwie billig und scheinen nicht so recht in das sonst sehr surreale Setting zu passen.

Eine packende Atmosphäre kommt in Prototype immer dann auf, wenn das Spiel einen im Laufe der Hauptmissionen geschickt mit neuen Fähigkeiten versorgt. Hier sind vor allem die ersten 2-3 Stunden enorm stark. Der Spieleinstieg ist packend inszeniert und die Story kommt enorm spannend an.
Zudem erlernt man in den ersten Missionen die einzelnen Fähigkeiten von Alex und freut sich über jede neue Möglichkeit mit seinen Gegnern aufzuräumen. Dazu kommt noch das enorme Geschwindigkeitsgefühl, dass sich einstellt, wenn man auf den Dächern von New York umherspringt. So viel Spaß hat es mir bisher nur selten gemacht einfach nur von einem Ort zum anderen zu rennen. Selbst Assasins Creed kann da nicht mithalten.