Deutschland ist das Land der Adventures. Dies dürfte nach den Erfolgen der letzten Jahre (Jack Keane, Ankh, Ceville usw.) auch der letzten Spaßbremse klargeworden sein. Mit THE BOOK OF UNWRITTEN TALES steht nun der nächste Kandidat auf den heißersehnten Adventurethron in den Händlerregalen. Wir sind gespannt ob das Abenteuer mitreißend oder doch ehr anödend ist.
Atmosphäre
Gleich wenn der erste Ladebildschirm vorüber ist, wird dem geneigten Spieler klar, dass hier jemand enorm viel Herzblut investiert hat. Die Detailverliebtheit, mit der schon das Menü gestaltet wurde ist schlichtweg beeindruckend. Dieser Eindruck zieht sich durch das komplette Spiel (welches nebenbei ziemlich umfangreich ist 15 - 18 Spielstunden beim ersten mal durchspielen). Die einzelnen Screens sind mit unzähligen Details verziert, die teilweise erst später, oder auch garnicht, zu Storyrelevanten Gegenständen werden. Bienen summen um Blumen und die Haare eines ungewöhnlich fetten Hamsters bewegen sich realistisch mit dem Wind.
Die eigentlich stimmige Welt wird allerdings manchmal aus den Fugen gerissen, wenn sich das ein oder andere Rätsel erst dann angehen lässt, wenn eine bestimmte Aktion ausgelöst wurde, die mit dem eigentlichen Rätsel teilweise garnichts zu tun hat. Das mittelalterliche Setting wird gut in Szene gesetzt und die einzelnen Charaktere zeichnen sich durch einzigartige Merkmale aus, welche hervorragend herausgearbeitet wurden. Der Mensch Nate, den man vorallem im mittleren Teil des Spiels häufig steuert, zeichnet sich durch seine Egozentrik und Feigheit aus, scheut jedoch später nicht davor zurück sich in einen heldenhaften Zweikampf mit einem Orc zu stürzen um Wilbur (einen der anderen Hauptcharkatere) zu retten. Auch wenn er ihn zuvor selbst in diese brikäre Lage gebracht hat.
Apropos Charaktere: Die durchwegs hervorragenden Sprecher tragen einen Großteil zur Atmosphäre bei. Allen voran Oliver Rohrbeck (Justus Jonas - ???), der in gewohnt brillianter Art dem Hauptcharakter Wilbur seine Stimme leiht, kann hier ganz klar seine Stärken ausspielen. Die Hintergrundmusik rundet den guten Gesamteindruck der Soundkulisse ab - wird aber, vor allem wenn man an einer Stelle mal länger hängt, doch recht schnell langweilig. Das ist aber selten der Fall, da der Schwierigkeitsgrad des Spiels human gehalten ist. Somit wären wir auch schon beim Kernstück eines jeden Adventures: Den Rätseln!