Auf jedenfall kann man nicht sagen, dass das Spiel sparsam mit dem roten Lebenssaft umgeht. Es geht mächtig zur Sache. Wolverine lässt selten alle Körperteile an seinen Gegnern und die brachialen Finisher zeigen eindrucksvoll, dass die Krallen von Wolverine mit jedem japanischen Edelkatana mithalten könnten. Aber nicht nur den Gegnern wird ordentlich zugesetzt. Das Entwicklerteam hat dem Protagonisten ein eigenes "Schadensmodell" verpasst, um die Selbsheilungskräfte des Helden besser in Szene zu setzten. Dies geht soweit, dass Logan ganze Löcher in seinem Körper hat und diese Stück für Stück wieder zu wachsen, während der Lebensbalken sich wieder füllt. Hier haben die Entwickler viel Liebe zum Detail investiert. Wenn ihr die beiden Screenshots ein Stückchen weiter unten vergleicht, so könnt ihr deutlich erkennen, dass das Skelett von Wolverine im ersten Level noch sehr "knochig" wirkt, während selbigem im 2ten Level seine "Metallkur" deutlich anzusehen ist.
Inszenierung / Technik
Meine Kinnlade hat beinahe ein Loch in die Tischplatte gebohrt, als Wolverine in einer der häufig auftretenden Skriptsequenzen, gleich zu Beginn des Spiels, den Kopf eines Gegners in den Rotor eines Hubschraubers presste. Diese Skriptsequenzen im Stile eines "Call of Duty 4" sind größte Schwäche und Stärke des Spiels in einem. Sie sind so packend inszeniert, dass die Aktionsequenzen teilweise wie ein Actionfilm wirken. Auf der anderen Seite, wird dem Spieler aber einfach ein wenig zu oft die Kontrolle über die Spielfigur "entrissen". Die Skriptsequenzen sind aber nur einer von 3 Techniken, die das Spiel zum transportieren von Story und Atmosphäre verwendet. An den wichtigsten Knackpunkten der Story sorgen sehr gut gemachte Rendersequenzen für Freudentränen in den Fangesichtern. Eher eine Qual für die Augen sind hingegen die extrem pixeligen Zwischensequenzen in Spielgrafik, die in enorm geringer Auflösung aufgenommen wurden. Schade, denn die In-Game Grafik braucht sich nicht zu verstecken und macht trotz der inzwischen etwas angestaubten Unreal Engine 3 einen guten Eindruck - keinen Überragenden. Die selbe Engine wurde auch schon in Spielen wie "Unreal Tournament 3", Stranglehold und auch dem ebenfalls indizierten "Gears of War" verwendet - auf eben diesem grapischen Niveau befindet sich auch X-Men Origins Wolverine. Negativ fällt auf, dass ab und an Texturen erst spät ins Bild "ploppen" bzw. komplett fehlen. Freies speichern ist in leider nicht drin, allerdings sind die Checkpoints fair gesetzt. Das Spiel ist dabei streng linear aufgebaut und auch kurze Ausweichmöglichkeiten zum auffinden von versteckten "Actionfiguren" täuschen nicht über diese Tatsache hinweg.